Der fünfte Planet wurde von dem Laternen - Anzünder bewohnt.....

Als er auf dem Planeten ankam, grüßte er den Laternenanzünder ehrerbietig.
“Guten Tag, warum hast du deine Laterne eben ausgelöscht?”
“Ich habe die Weisung”, antwortete der Laternenanzünder.
“Was ist das, >die Weisung< ?“
“Die Weisung, meine Laterne auszulöschen. Guten Abend”. Und er zündete sie wieder an.
“Aber warum hast du sie soeben wieder angezündet?”
“Das ist die Weisung”, antwortete der Anzünder.
“Ich verstehe nicht”, sagte der kleine Prinz.
“Da ist nichts zu verstehen”, sagte der Anzünder “Die Weisung ist eben die Weisung. Guten Tag.” Und er löschte seine Laterne wieder aus. Dann trocknete er sich die Stirn mit einem rotkarierten Taschentuch. “Ich tue einen schrecklichen Dienst. Früher ging es vernünftig zu. Ich löschte am Morgen aus und zündete am Abend an. Den Rest des Tages hatte ich zum Ausruhen und den Rest der Nacht zum Schlafen.”
“Und seit damals wurde die Weisung geändert?”
“Die Weisung wurde nicht geändert”, sagte der Anzünder. “Das ist ja das Trauerspiel! Der Planet hat sich von Jahr zu Jahr schneller und schneller gedreht, und die Weisung ist die gleiche geblieben!”

Der kleine Prinz

 

Der sechste Planet wurde von einem Forscher bewohnt, ein Geograph!.

Der kleine Prinz

 

“Was raten Sie mir, wohin ich gehen soll?”,
fragte er.
“Auf den Planeten Erde”, antwortete der Geograph,
“er hat einen guten Ruf....”
Und der kleine Prinz machte sich auf und dachte an seine Blume.

 
Der siebente Planet war also die Erde.

...Einmal auf der Erde, wunderte sich der kleine Prinz, niemanden zu sehen. Er fürchtete schon, sich im Planeten geirrt zu haben, als ein mondfarbener Ring sich im Sande bewegte.
“Gute Nacht”, sagte der kleine Prinz aufs Geratewohl.
“Gute Nacht”, sagte die Schlange.
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.... “Wo sind die Menschen?” fuhr der kleine Prinz endlich fort. “Man ist ein bißchen einsam in der Wüste...”.
“Man ist auch bei den Menschen einsam”, sagte die Schlange......
......”Wen ich berühre, den gebe ich der Erde zurück, aus der er hervorgegangen ist”, sagte sie noch, “Aber du bist rein, du kommst von einem Stern...”

Der kleine Prinz

Der kleine Prinz durchquerte die Wüste und begegnete nur einer Blume mit drei Blütenblättern, einer ganz armseligen Blume.
Der kleine Prinz stieg auf einen hohen Berg und lernte das Echo kennen.

..... Aber nachdem der kleine Prinz lange über den Sand, die Felsen und den Schnee gewandert war, geschah es, daß er endlich eine Straße entdeckte. Und die Straßen führen alle zu den Menschen.
“Guten Tag”, sagte er. Da war ein blühender Rosengarten.
”Guten Tag”, sagten die Rosen. Der kleine Prinz sah sie an. Sie glichen alle seiner Blume.
“Wer seid ihr?” fragte er höchst erstaunt.
“Wir sind Rosen”, sagten die Rosen.
“Ach!” sagte der kleine Prinz...................
Er fühlte sich sehr unglücklich. Seine Blume hatte ihm erzählt, daß sie auf der ganzen Welt einzig in ihrer Art sei. Und siehe!, da waren fünftausend davon, alle gleich, in einem einzigen Garten!.....................

Dann sagte er sich noch: Ich glaubte, ich sei reich durch eine einzigartige Blume und besitze nur eine gewöhnliche Rose.........

Und er warf sich ins Gras und weinte...

Der kleine Prinz

....In diesem Augenblick erschien der Fuchs.
“Guten Tag”, sagte der Fuchs.
“Guten Tag”, antwortete höflich der kleine Prinz, der sich umdrehte. aber nichts sah.
“Ich bin da”, sagte die Stimme, “unter dem Apfelbaum..”
“Wer bist du”, sagte der kleine Prinz. “Du bist sehr hübsch...”
“Ich bin ein Fuchs”, sagte der Fuchs.
“Komm und spiel mit mir”, schlug der kleine Prinz vor. “Ich bin so traurig...”
“Ich kann nicht mit dir spielen”, sagte der Fuchs. “Ich bin noch nicht gezähmt!”
“Ah, Verzeihung!” sagte der kleine Prinz. Aber nach einiger Überlegung fügte er hinzu
“Was bedeutet >zähmen< ?”
“Du bist nicht von hier”, sagte der Fuchs, “was suchst du ?”
“Ich suche die Menschen”, sagte der kleine Prinz “Was bedeutet >zähmen< ?”

Der kleine Prinz

.....................
“Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache”, sagte der Fuchs.
“Es bedeutet, sich >vertraut machen<.”
“Vertraut machen?”
“Gewiss”, sagte der Fuchs. “Noch bist du für mich nichts als ein kleiner Junge, der hunderttausend kleinen Jungen gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebenso wenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt....”
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..........”Man kennt nur Dinge, die man zähmt”, sagte der Fuchs. “Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!”
“Was muss ich da tun?” sagte der kleine Prinz.
“Du musst sehr geduldig sein”, antwortete der Fuchs......................................................

..............”Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, dass deine einzig ist in der Welt. Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken.”
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.....Und er kam zum Fuchs zurück. “Adieu”, sagte er.
“Adieu”, sagte der Fuchs “Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar”.
“Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig”.
“Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe......”, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
“Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen”, sagte der Fuchs. “Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich....”
“Ich bin für meine Rose verantwortlich”,....wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.
 

Der kleine Prinz
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