2007_07_01

Canopus,hör mal!

Ja, Tschipi?

Wir haben doch in dem Welli.-net - Forum neulich
so eine schöne Geschichte gelesen, weißt Du das noch?

Klar doch,Tschipi!
Die war ein bißchen traurig, aber sooooo schön!
Du meinst doch die von der kleinen namenlosen Henne,
die ins Regenbogenland gelaufen ist.

Ja ,ganz genau.
Na ja .. ich habe "Welli" mal gefragt, und sie hat uns
erlaubt, ihre Geschichte hier zu erzählen.
Ich denke, dass Du inzwischen alt genug bist,
das zu übernehmen.


Tschipi, das mache ich sehr gerne!

 

2007_07_02   grübel....grübel....

ich hab's !   

2007_07_03

"Welli" hatte ihre kleine namenlose Henne über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Sie war sehr traurig darüber, und da hat sie zum Andenken an die kleine Wellidame diese Geschichte geschrieben.
 

Füße sind zum Laufen da…

2007_07_04

„Seht mal, da ist wieder jemand auf der Brücke! , rief der kleine Wellensittich, der einst keine Federn hatte und auf der Erde den schönen Namen „Vinculo“ bekommen hatte.
„Kannst Du sehen, wer es ist?“, fragte ein anderer Welli, der eben noch einen saftigen Grashalm gefressen hatte.
„Ich glaube eine Wellihenne. Los, wir begrüßen sie“, schlug Vinculo vor. Sofort stoppten alle Wellis ihre Tätigkeiten und flogen zum Ende der Brücke.
Unsicher humpelte eine kleine, blaue Wellihenne über die Brücke. Immer wieder knickten ihre Füße um.
„Huch, wo bin ich denn hier?“, fragte sie erstaunt. Und als sie die bunt schimmernde Brücke verließ spürte sie, wie ihre Beine kräftiger wurden. Erfreut sprang sie auf und ab, wie lange schon wollte sie das tun: hüpfen. Aber bisher hatte sie keine Kraft in den Beinen gehabt.
Neugierig sah sie sich um. Dort, wo sie jetzt war gab es viel saftiges, grünes Gras, einen blauen Himmel und die Sonne schien. Hier lebten viele, glückliche und kerngesunde Wellis. Es gab auch einige Bäume und an ihnen hing so viel buntes Spielzeug und es wuchsen überall leckere Früchte und Kräuter.
„Das hier ist das Regenbogenland. Wer bist Du denn?“, fragte Vinculo.
„Ich habe keinen Namen“, fing die Henne traurig an zu erzählen, „aber nun habe ich wieder gesunde Beine!“
„Wie bist Du hier her gekommen? Ging es Dir bei den Federlosen nicht gut?“ Einige Sekunden lang zögerte die junge Henne und widmete sich nur ihren glücklichen Gefühlen, dem herrlich frischen Duft. Dann aber begann sie ihre Geschichte von Anfang an zu erzählen:
„Es ist noch gar nicht allzu lange her, da saß ich bei meinen Geschwistern und meinen Eltern. Wir waren eine überaus glückliche Familie, doch eines Tages packte mich der Federlose und ich wurde zusammen mit ein paar anderen Wellis in einen kleinen Käfig gesetzt. Wir waren alle aufgeregt, verängstigt und doch neugierig, was nun geschehen würde.
Nach einiger Zeit kamen wir in einen gläsernen Käfig. Es war eigentlich ganz schön dort, wir hatten genug zu Fressen, frisches Wasser und waren nicht allein. Jeder von uns trug diesen silbernen Ring am linken Fuß, das war eigentlich für keinen ein Problem, außer für mich. Mich scheuerte und drückte er ganz arg, aber ich bekam ihn nicht herunter. Zudem waren meine Beine nicht kräftig genug, um mich zu tragen.
Einige Tage später, wir hatten uns bereits daran gewöhnt, dass hinter der Glasscheibe Menschen vorbeigingen, wurde ich von einem grünen Netz gefangen.
Eine Federlose sah sich meinen Fuß an. Dann entfernten sich die Stimmen der anderen, ich hatte so große Angst. Ich kam in einen kleinen Käfig, in dem noch ein anderer Vogel saß. Er sah mich böse an und drohte, mich zu beißen, würde ich ihm zu nahe kommen. Das machte mir noch mehr Angst.
Doch zum Glück holte mich ein Federloser bald wieder dort heraus, setzte mich aber in einen kleinen Pappkarton. Ich vermisste die anderen Wellis sehr und hörte nur die Stimmen der Federlosen.
Plötzlich aber piepste doch glatt eine andere Henne auf der anderen Seite des Kartons. Ich rief nach ihr und fragte, wo ich sei. Sie sagte immer nur, dass die Federlose nett sei und dass ich keine Angst zu haben bräuchte. Ich hatte aber Angst.
Da öffnete sich die Schachtel und über mir erstreckte sich ein Käfig. Lange traute ich mich nicht nach oben, lief immer wieder in die Schachtel zurück. Aber dann flatterte ich auf eines der Bretter und legte mich hin. Es tat so gut zu liegen. Die andere Henne, eine hübsche gelbe, saß zusammen mit einem blauen Hahn in einem anderen Käfig. Ich unterhielt mich mit ihr und sie versuchte mich zu beruhigen. Die Reise hatte mich müde gemacht, doch ich hatte noch keine Ruhe.
Später kam noch eine andere Federlose und piekste mich zwei Mal. Mittlerweile stand ich in einem anderen Zimmer, weit weg von den anderen beiden.
Dann konnte ich endlich schlafen.
Einige Tage verbrachte ich dort am Fenster stehend. Ich gewöhnte mich an die kleine Federlose und versuchte ihre komischen Piepser nachzuzwitschern.
Ich fand heraus, dass es am Boden Futter gab, dass man das eine Sitzbrett schön zerbröseln konnte und dass ich mich an einem Zipfel des Brettes gut aufrichten konnte.
Manchmal fiel ich auf den Rücken, wenn ich versuchte den Ring von meinem wunden Beinchen zu zerren. Einmal musste mir die Federlose helfen, weil ich mich alleine nicht mehr auf den Bauch drehen konnte.
An einem Tag brachte die Federlose mich mit samt dem Käfig weg. Ich wurde in ein anderes Haus gebracht. Die Federlosen dort fingen mich zwar ein, aber sie machten den Ring ab! Was nicht so toll war, war dass ich auf einmal so müde wurde und sogar einschlief.
Als ich wieder aufwachte sagten die fremden Federlosen etwas zu der kleinen, das sie traurig machte. Sehr traurig.
Dann brachten mich die kleine Federlose und ihr Vater wieder an das Fenster, an dem mein Käfig zuvor gestanden hatte. An diesem Tag war ich glücklich und müde zugleich.
Zwei Tage später dann die nächste Überraschung. Ich wurde in einen größeren Käfig gesetzt. Meine beiden Sitzbretter waren auch dort drin, aber zudem noch ein Seil und eine tolle Leiter, auf der ich immer schlief. Nun konnte ich endlich ein bisschen fliegen!
Bald schon lernte ich ein Spiel, das ich mit der Federlosen spielte: ich zog an einem Spalt im Käfig an dem weißen, weichen Papier und schon streckte sie ihren Finger hinein und versuchte mir das Papier wegzunehmen. Dieses Spiel schien auch ihr Spaß zu machen.
An einem Tag hielt die Federlose sogar ihre Hand - mit Futter drauf - in den Käfig. Ich war so mutig, mich auf die Hand zu setzen und zu fressen.
Jeden Tag lernte ich besser mit meinen kraftlosen Beinen zu Recht zukommen.
Ich war eine richtig glückliche Henne! Auch wenn ich meine Kameraden vermisste, wusste ich, dass ich bald andere Wellis sehen würde. Denn oft hörte ich die zwei anderen in der Ferne zwitschern. Dann zwitscherte ich zurück.
Doch eines Abends bekam ich Schmerzen. Ich kann nicht sagen, wo genau es wehtat, einfach alles tat weh. Ich wollte nicht einmal mehr auf meine Leiter gehen. Die Federlose schien es zu bemerken, denn sie sah ziemlich oft nach mir.
Ich konnte nicht richtig schlafen in der Nacht. Plötzlich durchstach mich ein starker Schmerz, ich humpelte noch ein paar Schritte durch den Käfig, dann fiel ich um. Auf einmal tat mir nichts mehr weh und diese weichen Wolken umhüllten mich. Ich hörte Windrauschen und fühlte die Luft unter meinen Flügeln. Ein Wölkchen erfasste mich und ich schwebte auf ihm. Plötzlich sah ich diese bunte, schimmernde, leuchtende Brücke. Das Wölkchen löste sich auf und ich fiel sanft und langsam auf die Brücke. Da rieselte ein bisschen Honigfutter, das mir die Federlose immer in das Schälchen am Boden getan hatte, auf die Brücke. Auch ein kleines Stückchen von meinem Sitzbrett, das ich so gern zerbröselt hatte, schwebte langsam zu Boden. Ob mir die Federlose dies geschickt hatte? Es schien mir, als hätte ich alle Zeit der Welt und so fraß ich erst und knabberte ein bisschen an dem Stück herum. Dann humpelte ich langsam die Brücke entlang. Bevor ich die schöne, grüne Wiese betrat, dachte ich, dass ich die Federlose >> Meine süße Maus, mach’s gut! << flüstern hörte.“ Traurig sah die kleine Henne die anderen Wellis an. Sie war einerseits so glücklich hier, anderseits wäre sie gern noch bei den Federlosen geblieben.
„Das ist traurig. Du hast nicht mal einen Namen. Wie wär’s, wenn wir Dich einfach auch kleine Maus nennen?“, schlug eine Henne vor.
„Das fände ich schön. Ihr seid echt nett. Aber wie ist das, werde ich die Federlosen nie mehr wieder sehen?“, wollte die kleine Henne wissen.
„Doch, wenn Du das möchtest, dann werden sie eines Tages auf die Brücke kommen. Und nur, wenn Du sie liebst und gern hast, dann werden sie hier her kommen und für immer bleiben.“, erklärte Vinculo.
„Aber wo sind dann die, die Ihr geliebt habt?“
„Die sind auf der anderen Seite des Regenbogenflusses. Weißt Du, sie haben auch andere Federlose sehr gern gemocht. So können uns unsere Besitzer immer besuchen und gleichzeitig bei ihren Familien sein.“
Nachdem Vinculo das gesagt hatte, breitete die kleine Henne ihre Flügel aus, rannte so schnell sie nur konnte über die Wiese und hob dann ab. Sie flog schnell und wendig, bis sie nicht mehr konnte und erschöpft im Gras landete.
 Nun war sie so glücklich wie noch nie. Hier war es unbeschreiblich schön und niemand musste leiden.
 
Auch sie natürlich nicht, denn Flügel sind zum Fliegen da und Füße zum Laufen……
 

2007_07_05

 


Autor :  Franziska  R.
Quelle:    http://forum.welli.net

 
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